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Umgang mit Ärzten irritiert
Zu "Sabrinas langer Leidensweg", MZ vom 30. November:
Der Artikel hat mich irritiert. Über die ärztlichen Leistungen möchte ich mich nicht auslassen, da ich weder Kinderarzt noch Kinderchirurg bin. Die Art des Umgangs mit den Ärzten ist allerdings über alle Maßen kritikwürdig. Wenn der Vater, Herr Rothe, meint, dass sein Kind falsch behandelt worden sei, stünde ihm alle Male die Schlichtungsstelle in Hannover zur Verfügung. Und wenn er diese überspringen will, ein Zivilgerichtsverfahren. Dort würde mit Sicherheit geklärt, ob die Handlung der Ärzte falsch war, eine Sorgfaltspflichtverletzung vorlag oder ob hier unglückliche Zufälle zusammen kamen. Dass aber der Klinikchef die Namen der Ärzte Herrn Rothe gegenüber nennt und dieser dann damit ins Internet geht, ist nicht nachvollziehbar. Wir wissen alle, unter welchen Bedingungen die Ärzte in Deutschland arbeiten -schlechte Arbeitsbedingungen, miserable Löhne. Dazu kommen fast täglich Klagen von Patienten oder deren Angehörigen mit ihren Rechtsanwälten, weil sie meinen, falsch behandelt worden zu sein.
Und wenn dann noch derartige Reaktionen, wie die von Herrn Rothe jetzt vorgeführten, Raum greifen, kann ich nur noch sagen: "Deutschland, wie gehst du mit deinen Ärzten um?"
Prof. W. Burkert, Teutschenthal
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Zum Leserbrief „Umgang mit Ärzten irritiert“:
Der Artikel von Sabrinas Vater und sein Umgang mit dem Klinikpersonal hat mich in keiner Weise irritiert, wie es ein Leser in seinem Brief schreibt. Nach sachlicher Überlegung bin ich zu dem Schluss gekommen, dass Sabrinas Vater in diesem schwerwiegenden Fall das Recht hat, den Vorgang ins Internet zu stellen. Ihm bleibt sogar nicht viel anderes übrig. Sicher gibt es Schlichtungsstellen für ärztliche Kunstfehler, aber anhand anderer Beispiele ist bekannt, dass Patienten dort selten Recht bekommen. Ich wünsche Sabrinas Eltern Kraft und Mut für den leider nicht sehr aussichtsreichen Kampf für die Rechte ihres behinderten Kindes.
Kerstin Wagner, per E-Mail
Zivilgericht meist unbezahlbar
Der Autor verweist auf die Schlichtungsstelle in Hannover, die zuständig ist für Ärztepfusch. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die „Schlichtungsstelle“ nichts anderes ist als ein reiner Ärzteverein, und da hackt eine Krähe der anderen kein Auge aus. Des weiteren verweist der Autor auf die Zivilgerichtsbarkeit, wohl wissend, dass das für einen Normalverdiener nicht bezahlbar ist, muss man sich doch auf fünf bis sechs Jahre des Prozessierens einstellen. Ich frage mich, warum kein Arzt, wenn er einen Fehler macht, von sich aus diesen eingesteht, sondern warum muss der Geschädigte immer um sein Recht kämpfen? Ganz zu schweigen davon, dass, um einen Arztfehler nachzuweisen, ein anderer Arzt dies bestätigen muss. Leider sind die Ärzte, die sich couragiert für Geschädigte einsetzen, noch sehr selten zu finden. Überarbeitung, schlechte Bezahlung sind kein Grundfür schlampige Arbeit.
Carsten Schmidt, Halle
Richtige Entscheidung
Ich finde es grundlegend richtig, dass der Vater die Leidensgeschichte seines Kindes im Internet anderen zugänglich gemacht hat. Es ist auch richtig, dass er Ross und Reiter genannt hat, denn nur durch Kenntnis haben andere die Möglichkeit, sich in Zukunft einer ähnlichen Behandlung zu widersetzen. Das der Autor in seiner Zuschrift Schlichtungsstelle und Zivilgerichtsverfahren auch nur erwähnt, ist lächerlich. Auch in diesem Staat treibt die Juristerei seltsame Blüten, und es kommen in den wenigsten Fällen diejenigen zu ihrem Recht, die das schwächste Portemonnaie haben. Außerdem steht es ja auch den Betroffenen offen, eine Klage anzustrengen.
Es ist für mich erstaunlich – trotz der Schilderung des weiteren Leidensweges und der überaus lebensbedrohenden Folgen – Bürger finden, welche diesen Vater nun dafür maßregeln wollen.
Günter Kupsch, per E-Mail
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