|
Am Tage des 10.07.2005 (Sonntag) ging es mir sehr schlecht. Ich hatte Fieber, habe gebrochen, war müde und mir ging es überhaupt nicht gut. Auf Grund meiner Krankheit empfinde ich nur wenig, bzw. kein Schmerz.
Am Nachmittag entschloss sich meine Mama den Bereitschaftsarzt zu rufen, da ich nur noch da lag und schon die Augen verdrehte.
Es kam die Bereitschaftsärztin Frau Dr. Silvia Hildebrand (Internistin) aus Thale, Musestieg 28 (Tel.: 03947 – 5515).
Ich wurde in das Dorothea Christiane Erxleben Quedlinburg gGmbH Krankenhaus in die Notaufnahme eingeliefert. (Tel.:0 39 46 – 90 90; Fax: 0 39 46 – 9 09 17 05; Mail: info@klinikum-quedlinburg.de).
Ich wurde dort untersucht und musste sehr lange auf einen Arzt warten. Mein Papa hat dort mehrmals angerufen und nachgefragt (verantwortliche Schwester Frau XXX), warum ich so lange auf einen Arzt warten muss und ihm wurde gesagt, dass für 481 stationären und 50 teilstationären Betten nur ein Arzt da sei und der gerade beschäftigt ist. Mein Papa verlangte, dass man einen Bereitschaftsarzt rufen soll oder aus einem anderen Krankenhaus einen Arzt holen, was jedoch abgelehnt wurde. Jedoch hat sich heraus gestellt, dass an diesem Tag mindestens 3 Ärzte Dienst hatten, so laut telefonischer Auskunft des ärztlichen Geschäftsführers DM Ulrich Müller. 2 Ärzte sind namentlich bekannt, Herr Dr. Andreas Wurlitzer und Herr Dr. Gunter Jach. Beide hatten keine Zeit für ein schwer behindertes Mädchen.
Ich stelle mir gerade die Frage, was gewesen wäre, wenn gerade einer der 531 Patienten einen Herzanfall gehabt hätte … der einigste Arzt hatte ja gerade keine Zeit – hätte der Patient dann sterben müssen ???
Na ja ich hatte wohl Glück, da der einigste Arzt für 531 Patienten dann auch für mich Zeit hatte. Ich wurde nach weiteren Untersuchungen auf die Kinderstation gelegt. Die Kinderstation war nicht sehr belegt, wenn ich mich richtig erinnere nur 3 Zimmer. Jedoch hatte von den 860 Mitarbeitern des Krankenhauses keiner so richtig Zeit, sich um mich zu kümmern. Ich habe einen Schwerbehindertenausweiß mit Merkzeichen „G“, „H“ und „B“. „B“ besagt „ständige Begleitung“ und „H“ das ich ständig auf fremde Hilfe angewiesen bin. Der verantwortlichen Schwester, Frau XXX hat dies nicht sonderlich interessiert, sonst könnte ich mir nicht erklären, dass ich am Bett fest gebunden war. Ich lag dort in meinem Bett, angebunden, allein und mit einem Tropf. Ich hätte mir gewünscht, dass sich öfter mal eine Schwester um mich gekümmert hätte, da ich mich sehr allein gefühlt habe.
Ich muss noch einmal daran erinnern, dass ich mit Verdacht auf Blindarm eingeliefert wurde, ich schwer behindert bin, nicht sprechen kann und völlig hilflos bin. Auch das ich dort schon mehrmals lag und ich dort bekannt bin möchte ich unterstreichen.
Nachdem ich dort 2 Tage lag und die verantwortlichen Ärzte Frau Johanna Gericke, Frau Gisela Haupt, Frau Manuela Schlamm und Herr Dr. Gunter Jach nicht auf meinen Blindarm behandelt haben verordnete mir doch Herr Dr. Gunter Jach in den 2 Tagen Bauchmassagen, obwohl er wusste, dass ich mit Verdacht auf Blindarm eingeliefert wurde.
Von den ganzen Ärzten, wozu auch Herr Roman Weber, Herr Lars Stubbe, Frau Karin Steinecke, Herr Frank Weber, und Frau Dagmar Boczek gehören, kam dann am Dienstag jemand auf die Idee, dass man doch eine Bauchspiegelung machen könne, was dann auch gemacht wurde.
Dabei stellte man fest, dass mein Blindarm vereitert und geplatzt war, wahrscheinlich durch die von Herrn Dr. Gunter Jach verordneten Bauchmassagen, obwohl ich mit Verdacht auf Blinddarm eingeliefert wurde.
Die beiden Ärzte Herr Dr. A. Wurlitzer und Herr Dr. Uwe Pistorius operierten mich am 12.07.05. Sie müssen dabei das Ausmaß des Schadens schon gesehen haben.
Mein Zustand verschlechterte sich nun weiter und ich wurde am 18.07.05 nach Halle verlegt. Warum das noch nicht früher gemacht wurde, weiß ich leider nicht.
In Halle wurde ich in ein künstliches Koma versetzt, da meine Verletzungen so schwer waren, dass mir die Ärzte keine Überlebenschance mehr gegeben haben.
Am 20.06.05 wurden meine Eltern nach Halle bestellt und Ihnen mitgeteilt, dass ich schlechte Chancen zum überleben habe und die Ärzte nicht mehr viel für mich machen können. Mein Zustand verschlechterte sich weiter und ich wurde am 22.07.05 in die Uniklinik in Halle verlegt. Ich lag über 12 Wochen im Koma mit schwersten innerlichen Verletzungen und die Ärzte kämpften jeden Tag und jede Nacht um mein Leben. Mein Körper wurde geöffnet und ich lag mit offenem Körper in meinem Bett, aufgebläht und ohne Change auf Heilung, da die unzähligen Medikamente in der Höchstdosis gegeben wurden und nicht mehr geholfen haben.
Dank der aufopferungsvollen Arbeit der Ärzte und Schwestern habe ich es geschafft, nach vielen Operationen diese schwere Entzündung zu überwinden.
Ich liege nun immer noch auf der Kinderintensivstation, da ich noch eine schwere Lungenentzündung und Thrombose bekommen habe. Es steht noch nicht fest, ob ich meine Lunge behalten kann.
Ich werde weiter berichten, wie es mir ergangen ist …..
Heute ist der 09.11.2005 und ich liege seit 16 Wochen auf der Kinderintensivstation. Mittlerweile kümmern sich 15 Ärzte und 35 Schwestern 24 Stunden um mich.
Es wurden Ärzte und Speziallabors aus ganz Deutschland hinzugezogen, da mir nur schwer zu helfen ist und ich immer noch in Lebensgefahr schwebe. Die Ärzte kämpfen täglich weiter um mich, sagen aber auch, dass Die Change zu überleben nicht sehr hoch ist.
Mein Papa hat ein paar Bilder von mir gemacht, damit jeder sieht (besonders die Ärzte des Klinikum Quedlinburg), wie es mir geht.
|